Schießgruppe Samern

 

Als nach dem Krieg der Schützenverein in Samern wieder neu auflebte, lag das Hauptmerkmal des Schießsportes zunächst beim Königschießen. Da es anfänglich verboten war, Gewehre zu benutzen, schoss man, wie bereits erwähnt, zu Beginn mit einer Armbrust auf einen Holzvogel.
Anfang der 50er Jahre durfte dann wieder mit Gewehren geschossen werden. Dazu wurden zu jedem Schützenfest zwei oder drei Schützen als Schießwarte gewählt, die für den reibungslosen Ablauf des Königschießens verantwortlich waren. Zur gleichen Zeit war der Schützenverein Samern im Jahre 1951 Gründungsmitglied des Kreisschützenbundes (heute GSB - Grafschafter Schützenbund e.V.).
Nach den Worten des Schützenbruders Berthold Scheele wurde dann Anfang bis Mitte der 50er Jahre eine Schießgruppe gegründet. Die Gründungsmitglieder waren Heinrich Herwing, Wilhelm Bödeker, Johann Tüchter (Tischler), Dietrich Feseker und Berthold Scheele. Aller Anfang war schwer. So fand das erste Übungsschießen in der Gastwirtschaft Venhaus statt. Es wurde im Saal längs der Fensterfront auf 7 m Entfernung mit dem Luftgewehr geschossen. Man besaß damals zwei Gewehre.
Eine Einladung aus dem Jahr 1956 belegt, dass auch das erste Pokalschießen in der Gaststätte Venhaus stattgefunden hat. Laut den Worten von Berthold Scheele wurde aus dem Erlös dieser Veranstaltung ein Gewehr gekauft.
Das Kleinkaliberschießen muss nach Erzählungen zu jener Zeit ein recht abenteuerliches Unterfangen gewesen sein. Man schoss aus der alten Schießhalle heraus in einen Kugelfang, dahinter Schwellen, ohne Seitenschutz und ohne Decke. Der Kugelfang bestand aus einem mit Watte gefüllten Ofenrohr. Die Anzeige des Schießergebnisses wurde von einem Schützen übernommen, der sich neben die Kugelfänge aufstellte und das jeweils erzielte Ergebnis dem Schützen mittels einer verstellbaren Uhr verkündete. Schlitten und Seilzüge gab es damals noch nicht. Auch gab es zu der Zeit noch keinen Waffenschrank. Die Gewehre wurden zu Hause gelagert.
Zum Übungsschießen in der Schützenhalle musste man mit dem Fahrrad fahren, dabei transportierte der Schießwart zwei Gewehre auf seinen Schultern und die Munition in der Aktentasche am Lenkrad. Vorher musste noch der Hallenschlüssel von Eilering geholt werden. Von einer weiteren, heute kaum noch vorstellbaren Begebenheit konnte Berthold Scheele außerdem noch erzählen. Beim Herbstpreisschießen, wenn die Tage kürzer waren, wurde bei Kerzenlicht geschossen. Einige Jahre später wurde hierfür eine Gaslaterne von Schulze-Holmer ausgeliehen.
Man kann schon sagen, aller Anfang war schwer.
Heute steht der Schießgruppe neben einem geschlossenen KK-Stand mit zwei elektronischen Ständen der Firma Meyton auch ein Luftgewehrstand mit acht Ständen zur Verfügung. Auch die Ergebnisse werden nicht mehr mittels einer verstellbaren Uhr angezeigt. Im Gegenteil, das Pokalschießen wäre ohne Computer und Auswertungsgerät kaum noch zeitgemäß. Trotzdem, waren sie nicht schön, die guten alten Zeiten?